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Wenn dich News und Trends aus der Film- und Werbewelt sowie Video und Inbound Marketing interessieren und du gerne isst und reist, dann mach es dir schon mal gemütlich. Diese Themen und noch mehr sind nämlich in unserem Factory Blog Zuhause.

Cannes Lions 2017: Kreativität, Koryphäen, Krawall und Remmidemmi

41.000 Einreichungen. 30.000 Besucher. 100 Länder. 24 Kategorien. Von Technologie, Innovation, Networking, Graham-Gerede, den Superhumans und den Ungustln der Branche. 

 
Das waren sie - acht Tage Kreativität, Koryphäen, Krawall und Remmidemmi. 
 

Bester Film - Abräumer & Aufreger: 

 
Creative Director Christian Gosch, der einzige Juror der Österreich in Cannes vertrat, hatte dem Standard noch vor dem Festival verraten, worauf er bei der Bewertung der Kampagnen besonders Acht gibt: 
 
 "Auch als Juror bin ich in erster Linie Konsument. Die Kampagne muss mich also überraschen, relevant interessieren und vielleicht auch noch technologisch faszinieren. Wenn sie ein für mich nachvollziehbares Problem neuartig löst, verdient sie meine Aufmerksamkeit und eine entsprechende Bewertung."
 
Welche nominierten Werbespots es durch diese Wirkung in den Factory Blog geschafft haben, seht ihr hier: 
 
  • “[…] die schnellste Entscheidung, die es in Cannes je gab […].”
Zehn Sekunden dauerte es, bis feststand, dass von 2.609 Film-Einreichungen der Grand Prix an We’re the Superhumans” gehen würde. Pete Favat, Jurychef und CCO bei Deutsch Nordamerika, weiß auch warum: Es ist provokativ, höchst emotionalisierend und regt Menschen zum Nachdenken an.” Die Verantwortlichen für den Spot sind bei 4Creative London und OMD zu Hause. 
 
 
"Film hat in den letzten Jahren oft auf der Rückbank Platz nehmen müssen. Das hat sich vollkommen gedreht", Pete Favat spricht von der Rückkehr Films als Königsdisziplin.

 

  • Ein Ungustl wie er im Buche steht. Den haben sich die Leute von The Martin Agency für Donate Life ausgedacht, um ihrer Botschaft Dampf zu verleihen, dass jeder - even assholes - Leben retten kann. Einmal Gold für "The World's Biggest Asshole".


  • Faustdick - So kommt "Da Da Ding" von Nike daher. Wieden + Kennedy packen geballte Power in den Spot und feuern sie mit den Tunes von Rapperin Gizzle dem Publikum entgegen. Damit holte sich Nikes erste Werbekampagne für Indien einen goldenen Löwen.

 
  • Das strahlende Lächeln seines Publikums bringt den Hauptdarsteller des Volkswagen-Spots ins Schwitzen. Grabarz und Partner setzen für den Tiguan mit Anhänger-Parkassistent auf Parkkünste und Pferdekiefer. Dafür gingen sie mit zwei Silver-Lions in der Tasche nach Hause. 
 
 
  • “The DNA Journey” war darauf ausgelegt viral zu gehen - und das tat es auch. Mit einer Social Engagement Campaign ausgestattet, eroberte der emotionale Spot für Momondo Newsfeeds auf der ganzen Welt sowie die Cannes Gewinner-Liste. Der Silber-Löwe ging an die kreativen Köpfen von &Co, Kopenhagen
 

  • Das musst du (zwei)mal gesehen haben! - Nein, keine abgedroschene Liebesgeschichte, sondern die tragische Geschichte eines Amoklaufs und wie er verhindert hätte werden können. BBDO New York ruft für die Organisation Sandy Hook Promise dazu auf, die Anzeichen für solche Tragödien vorzeitig wahrzunehmen. In Cannes holten sie sich damit Gold.  
 

  • “The Truth Is Hard […]” - einfach anschauen. Mehr gibt’s nicht zu sagen. Droga5 NY für The New York Times
 
 
  • Mit dem Spot Original is never finished” serviert Adidas einen sowohl filmischen als auch musikalischen Leckerbissen. Mit einem Remix von My Way” holt sich die Agentur Johannes Leonardo, New York den Music Grand Prix.
     

  • Zwar kein Werbefilm, aber so gut, dass er trotzdem auf die Liste muss: Finden übrigens nicht nur wir. Auch die Cannes-Jury verlieh dem Duo The Blaze den Film Craft Grand Prix für ihr Musikvideo Territory, indem das Zusammenspiel zwischen Musik und Film perfekt funktioniert:

 

  • Was wäre ein Cannes Lions 2017 Beitrag ohne Meet Graham” von Clemenger BBDO Melbourne für Transport Accident Commission Victoria? Heiß diskutiert, hoch prämiert: Gleich zwei Grands Prix in den Kategorien Health & Wellness sowie Cyber hat die Kampagne abkassiert. 

 
“Grandiose Idee!”, dachten sich nicht nur die Cannes-Juroren 2017, sondern bereits 1985 die Köpfe, die hinter der Kampagne Natural Born Smorker” stecken. 
 
 
Einen kurzen Aufreger war die Geschichte zwar Wert, die Jury hat sie aber kaltgelassen. Alte Ideen, neue Interpretationen - anything goes
 
Wer sich durch die ganze Gewinner-Liste der Kategorie Film klicken möchte, kann das gerne hier machen. Sehr empfehlenswert!
 
 

Das digitale Drama geht weiter

 
Die Fortsetzung der Facebook-Google-Telenovela zieht Cannes in seinen Bann. Und mit einer neuen Hauptrolle, die vom New York Times CEO höchstpersönlich interpretiert wird, kann sogar #OITNB einpacken. 
 
“The world of digital advertising is a nightmarish joke,” mit diesen Worten markiert Mark Thompson seinen Auftakt. Weil man dem Begriff Telenovela unrecht tun würde, wenn da nicht noch was käme, legt er nach:
 
“Mark Zuckerberg’s first post about fake news, Facebook managed to serve an ad for fake news next to it. It’s a joke. It’s out of control. There are all sorts of creepy, borderline fraudulent middlemen, this thicket of strange companies, tracking pixels on everything. You couldn’t think of a more dangerous environment for a brand.”
 
Ja. So manche Anzeigenumfelder geben einem zu denken. Und ja. Adfrauds können ein dezentes digitales Durcheinander hinterlassen. Trotzdem ist es bestimmt kein Zufall, dass diese verbale Watsche gerade von der New York Times ausgeteilt wird. Sind es doch Google und Facebook, die sich in ihrer Funktion als Medienunternehmen als gewaltige Wettbewerber breit machen. 
 
Dass die Internet-Giganten noch einiges an Arbeit vor sich haben, ist klar. Dass Thompsons offensichtliche Sorgen um sein Publikum berechtigt sind, aber auch. Denn obwohl die digitalen Ads noch nicht zur Gänze ausgereift und optimiert sind, wissen alle: Ohne geht nichts.
 
 
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Frisches Futter für die Diversitäts-Diskussion

 
Top-Thema: Diversität. 64 Anlaufe brauchte es, bis es das Festival of Creativity schaffte (zumindest fast), die Anzahl der Frauen, die einen Platz in der Jury besetzen, mit der der Männer anzugleichen. 43% ist zwar immer noch weniger als die Hälfte. In den letzten fünf Jahren hat sich die Anzahl der weiblichen Cannes Lions Jurorinnen jedoch verdoppelt. Wir finden: Da geht noch was!
 
Apropos geht noch was: Schwache 12% aller an den eingereichten Arbeiten beteiligten CDs sind weiblich. Wenig Diversität. Viel Stoff für Diskussion. Überraschend ist dieses Verhältnis nicht. Denn: 
 
 "Less than 11% of creative directors at ad agencies are women."
 
Warum das so ist und wer - abgesehen von CDs - noch von der geschlechterspezifischen Ungleichheit betroffen ist, hat uns dieses Jahr schon mal intensiv beschäftigt: Daraus ist Women in a Mad Men’s World entstanden. 
 
Bleibt nur die Frage: CannEs auch was anderes sein? Weiß, männlich mit Bart wird halt irgendwann fad.  
 
Mit Fearless Girl” von McCann New York macht State Street Global Advisors dazu eine Ansage. Pünktlich zum Internationalen Frauentag steht die Fearless-Girl-Figur plötzlich dem Wall-Street-Bullen gegenüber und lässt ihn dadurch alt aussehen. 
 
Das Symbol für weibliche Führungskräfte macht sich in Cannes viele Freunde, darunter Tham Khai Meng, Jury-Präsident und weltweiter Kreativchef von Ogilvy:
 
Das ist keine Werbung, sondern geht über alles hinaus, was unsere Branche jemals gemacht hat."
 
Vier Grands Prix für das Fearless Girl” versichern #SHEMAKESADIFFERENCE.
 
 
 

Female Creatives - Next Generation?

 
Margaret Johnson, Pum Lefebure, Judy John - wo die Crème de la Crème der Kreativbranche zusammenkommt, dürfen sie nicht fehlen. Diesmal reisten sie mit ganz besonderer Begleitung an. Ganz große Fans und ganz große Kritiker: ihre Töchter. 
 
Die nächste Generation der erfolgreichsten weiblichen Kreativen weltweit? Im Rahmen des Panels Daughters of the Evolution” nahmen sie sich kein Blatt vor den Mund und gaben persönliche Einblicke darauf, was es heißt die Rolle als CCO und Mutter unter einen Hut zu bringen. Wer besonders einstecken musste und wer sich bereits darauf vorbereitet, in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten, gibt’s hier zu sehen: 
 
 
 

Österreich - Off the Radar? 

 
Österreich fährt seine Geschütze auf: Mit 138 Einreichungen finden sich auf der Cannes-Liste 20% mehr österreichische Arbeiten als noch im Vorjahr. 
 
Dabei gehört die Bühne dem Nachwuchs der heimischen Branche: Jonas Weber und Leo Scheichenost bringen einen Silber Young Lion mit nach Hause. 
 
"Nach dem überraschenden Erfolg letztes Jahr, freut es mich umso mehr, dass wir uns dieses Jahr um einen Platz verbessern konnten und wir stellvertretend für die junge Kreativindustrie die Silbermedaille für Österreich entgegen nehmen können. Trotz des großen Drucks und der starken Konkurrenz haben wir einen kühlen Kopf bewahrt", erzählt Weber dem Standard.
 
Gekürt wurde er gemeinsam mit seinem Projektpartner Scheichenost in der Printkategorie für die Gestaltung einer Anzeige für Global Citizens - eine Plattform, die Menschen verbindet, um gemeinsam aktiv zu werden und sich für soziale Projekte einzusetzen. 
 
Marion Fresacher und Magdalena Umkehrer setzen noch eins drauf und holen sich mit ihrer Arbeit für UN Women in der Kategorie Design einen Silber Young Lion. Sie haben der Dachmarke ein Branding verpasst, dass den weltweiten Einsatz für Frauenrechte der Organisation samt all ihren Partnern visuell repräsentieren soll. 
 
"Mit unserer Arbeit möchten wir die noch immer mangelhafte Wertschätzung von Frauen in der Gesellschaft aufzeigen und deutlich machen, dass es hier noch viel Potenzial gibt“, sagen die Junglöwinnen: Wir freuen uns, dass unser Konzept die Jury und Nanette Braun (Chief, Communications and Advocacy, UN Women Headquarter) überzeugen konnte und wir für Österreich Silber holen konnten.“ (Quelle: Horizont - Cannes Lions 2017)
 
Mit Silber darf auch Demner glänzen. Signed by Bees” für Darbo wird in der Kategorie Design preisgekrönt. Dafür ließen sie Honigbienen fleißig sein und ihr eigenes Packaging für Honiggläser kreieren. 
 
“Zum einen ist Darbo ein Kunde, der Ideen und Innovationen immer sehr aufgeschlossen begegnet und uns auch bei Produktentwicklungen voll einbezieht. CD Alistair Thompson hat Grund zur Freude, weil er das Talent Stefanie Golla im Team hat - eine Imkers-Tochter mit großen Ideen. ECD Dushan Drakalski freut sich, weil er bei der Auswahl und Förderung außergewöhnlicher Arbeit die richtige Nase hatte.”, so fasst Mariusz Jan Demner den Kampagnen-Erfolg zusammen.
 
Ikea Austria bekommt für die Radio-Kampagne Documents” einen Silberlöwen verliehen, der auf die Rechnung der Agentur GGH MullenLowe Hamburg geht. 
 

Networking - Net(t) wirklich?

 
Noch mehr Türen zum Networking sollten den diesjährigen Cannes-Besuchern offen stehen. Mit einem digitalen Armband ausgestattet durch die Menge zwängen, ein Handshake - Klatsch - (oder so) und schon sind die Kontaktdaten ausgetauscht. 
 
In Wirklichkeit aber, wurden die Türen zu solchen digitalen Schmankerl sowie zu den meisten Networking-Spots nur jenen Besuchern aufgehalten, die sich mit einem Festival-Pass ausweisen konnten. Und ohne Connections kommt man nicht rein. VIP Networking exklusiv. 
 
Das Geld muss weg
 
Dass aber selbst viele VIPs die Nase voll haben, 36€ für ein französisches Schnitzlsemmerl” hinzublättern, beweist die Abfuhr von Publicis. Die Agentur kündigt an, dass sie nächstes Jahr nicht am Festival teilnehmen und stattdessen das Geld in ein neues AI-Produkt investieren wird. 
 
Bei WPP glänzte bereits dieses Jahr die Hälfte der Truppe mit Abwesenheit. Das begründete der CEO Martin Sorrell damit, dass sich die Mitarbeiter von Cannes über den Tisch gezogen fühlten. 
 
Es bleibt offen, ob Cannes 2018 ein Schonprogramm für die Geldbörse anvisieren wird, um nicht noch mehr Absagen einstecken zu müssen. Spätestens nächstes Jahr werden wir’s wissen.
 

Cannes Lions - Das war's

 
Wir gratulieren den frisch gebackenen Lions und hoffen, dass alle die Cannes-Woche genossen haben - ob Mann oder Frau, Facebook-Fan oder Times-Leser, Pro oder Kontra Graham, Networker oder Einzelgänger, geldig oder pleite, mit oder ohne Granada - weil Wien wort auf di”
 
 
 
 
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